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Der Komet Hale-Bopp

Im März 1997 bot der Komet Hale-Bopp ein faszinierendes Schauspiel am Himmel. Er war sehr hell und bei klarem Himmel sehr schön mit dem bloßem Auge zu sehen gewesen. Die Mitglieder der GvA boten im März 1997, wann immer es klar war, Beobachtungsabende auf dem Gelände der Sternwarte Kronshagen an. Diese waren sehr gut besucht, was bei dem Highlight am Himmel auch kein Wunder war! An einem klaren Abend kamen wohl über 150 Besucher zur Sternwarte. Die Flächen rumd um die Sternwarte herum war an diesem Abend auch restlos überfüllt gewesen, was sonst nie der Fall war. Auch die Mitglieder der GvA hatten einen Riesenspass an diesen Veranstaltungen - auch wenn es häufig mal bis nach Mitternacht dauerte, was innerhalb der Woche für die Berufstätigen auch manchmal ziemlich anstrengend ist.

Mit einem Feldstecher konnte man den Kometen in seiner ganzen Pracht sehen. Besonders bei Kometen sind solche Instrumente mit kleinen Vergrößerungen und großem Gesichtsfeld unbedingt im Vorteil! Die Beobachtung an Teleskopen verläuft hier meist enttäuschender, da man hier nur noch einen sehr kleinen Ausschnitt und damit den hellen Kopf des Kometen sieht - nicht aber den Schweif.

Hale-Bopp hatte auch zwei deutlich getrennte Schweife: Einen Gasschweif und einen Staubschweif. Besonders auf Fotografien kam der schwächere Staubschweif gut heraus. Dieser zeigte sich hier meist in bläulicher Farbe. Insgesamt war der Komet Hale-Bopp eine eindrucksvolle Himmelserscheinung, die man wirklich nicht alle Tage beobachten kann.



Fotos von Hubert Paulus

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Fotos von Mario Lehwald

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Informationen über den Kometen Hale-Bopp

Dieser Text ist Anfang 1996 geschrieben und in der Originalfassung erhalten.

Am 23. Juli 1995 haben die beiden Amerikaner Alan Hale, Astronom aus New Mexiko, und Thomas Bopp, ein Amateurastronom aus Arizona, einen ungewöhnlich hellen Kometen außerhalb der Bahn des Jupiters entdeckt. Zu diesem Zeitpunkt war er etwa hundertmal lichtschwächer als die schwächsten gerade noch mit bloßem Auge erkennbaren Sterne. Dennoch ist der neue Komet der am weitesten entfernte Komet, der je von einen Amateurastronom mitentdeckt wurde und tausendmal heller, als es der berühmte Komet Halley wäre, stünde er in der gleichen Entfernung.

Kometen haben einen meist ein bis zwei Kilometer großen Kern, der aus Eis, Staub und Gestein besteht. Diesen Kern kann man mit einem riesigen "schmutzigen Schneeball" vergleichen. Üblicherweise sind Kometenkerne inaktiv und dunkel, wenn sie sich noch jenseits der Jupiterbahn befinden, so daß es sich bei dem Kometen Hale-Bopp entweder um einen besonders großen Kometen handelt oder dieser zur Zeit einen besonders hellen Ausbruch von Material hat.

Wenn sich Hale-Bopp der Sonne und damit der Erde nähert, wird er noch wesentlich heller. Dann erwärmt nämlich die Sonne den Kometenkern, so daß dieser an der Oberfläche zu verdampfen beginnt. Dadurch bildet sich um den Kern eine riesige Koma aus Gas und Staub, welche einen Durchmesser von mehreren hunderttausend Kilometern erreichen kann. Schließlich führt der Sonnenwind, ein Strom von der Sonne ausgehender geladener Teilchen, dazu, daß sich ein Schweif bildet.

Im Frühjahr 1997, wenn der Komet seinen sonnennächsten Punkt erreicht, könnte er zu einem eindrucksvollen, mit dem bloßem Auge erkennbaren Himmelsobjekt werden. Vielleicht wird er sogar spektakulärer als der Komet West, der 1976 mit einem prächtigen Schweif am Kieler Morgenhimmel zu sehen war. Leider ist eine genaue Vorhersage, wie sich Kometen entwickeln, unmöglich. Es bleibt daher zu hoffen, daß Hale-Bopp nicht das gleiche Schicksal ereilt, wie den Kometen Kohoutek, der 1973 entgegen optimistischer Prognosen nur im Fernrohr als matter Lichtfleck sichtbar war. Andererseits könnte sich Hale-Bopp auch zu dem bisher hellsten Kometen dieses Jahrhunderts entwickeln.

Die Gesellschaft für volkstümliche Astronomie wird Anfang 1997 aus diesem Anlaß spezielle Beobachtungsabende und Vorträge anbieten. Wahrscheinlich wird es schon im Frühjahr 1996 während der öffentlichen Beobachtungsabende der GvA möglich sein, mit Hilfe eines Fernrohres einen frühen Blick auf den Kometen zu werfen.

© Stefan Jordan 1996




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