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Die Sternwarte der FH-Kiel auf dem Ostufer

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Auf dem Dach der neuen Fachhochschule auf dem Ostufer in Kiel-Dietrichsdorf, Sokratesplatz 2, befindet sich seit Mitte der 90er Jahre eine Sternwarte, die mit einem 20-cm-Schär-Refraktor ausgestattet ist.

Betreut wird diese Sternwarte von Mitgliedern des Astro-Team Kiel.

Weitere Infos und Termine zu den Beobachtungsabenden sowie den Lageplan gibt es auf der Homepage der Sternwarte der FH-Kiel.




Bau der Sternwarte im Jahr 1995


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Die Sternwarte der FH im Bau am 6. Juli 1995
© Mario Lehwald



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Die Sternwarte der FH im Bau am 6. Juli 1995
© Mario Lehwald



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Die Sternwarte der FH im Bau am 6. Juli 1995
© Mario Lehwald



Ein Artikel für unsere Vereinszeitschrift "Sternkieker" (4/98)

Auf dem Dach der Kieler Fachhochschule bestand bereits seit den 60er Jahren eine Sternwarte. Sie diente unter anderem der Durchführung öffentlicher Beobachtungsabende der Kieler GvA-Gruppe, bis sie 1988 im Rahmen einer Gebäudesanierung demontiert wurde und danach nicht wieder aufgebaut werden konnte.

fh2.jpg Zur Zeit ziehen die einzelnen Fachbereiche der Fachhochschule nach und nach auf einen neuen Campus in Dietrichsdorf am Ostufer der Kieler Förde um. Auf dem höchsten der dortigen Gebäude wurde nun eine neue Sternwarte eingerichtet. Im obersten, achten Stockwerk steht neben einem Büroraum und einer Küche ein Seminarraum für Vorträge und andere öffentliche Veranstaltungen zur Verfügung. Er bietet etwa 60 Sitzplätze und ist mit einem Overhead-, einem Dia- und einem Videoprojektor ausgestattet. Über dem achten Stockwerk befindet sich eine Dachterrasse, von der aus man eine wunderbare Aussicht über die Kieler Förde auf die Hafenanlagen und die Innenstadt genießen kann. Auf dieser Dachterrasse steht die 4 Meter durchmessende Kunststoffkuppel, in der das Teleskop der Sternwarte montiert ist. Es handelt sich um einen Schaer-Refraktor mit 200mm Öffnung und 3 Meter Brennweite. Dieser ist auf einer Säule montiert, die nicht mit dem Kuppelboden oder dem der Dachterrasse in Verbindung steht. So soll vermieden werden, daß sich durch Bewegung hervorgerufene Schwingungen auf das Teleskop übertragen. Die Achsen der Montierung sind mit digitalen Teilkreisen ausgestattet; an weiterem Zubehör stehen unter anderem ein Objektivfilter zur Sonnenbeobachtung, ein Laptop und eine Videokamera zur Verfügung. Das Bild der Videokamera läßt sich in den Seminarraum übertragen.

Die Sternwarte wird vom Institut für Physik und allgemeine Elektrotechnik des Fachbereichs Elektrotechnik der Fachhochschule verwaltet; Leiter ist Dr. Gerhard Waller. Er rief Anfang dieses Jahres eine Arbeitsgemeinschaft ins Leben, deren Ziel die Durchführung von Beobachtungen und öffentlichen Veranstaltungen sowie die weitere Gestaltung des Sternwartenbetriebs ist. An dieser Arbeitsgemeinschaft sind Studenten und Mitarbeiter der Fachhochschule, Mitarbeiter des Planetariums der Fachhochschule Kiel sowie Mitglieder der Kieler GvA-Gruppe beteiligt. In zweiwöchentlichem Rhytmus fanden Treffen dieser Gruppe statt, bei denen es vor allem um die Inbetriebnahme der Ausstattung und die Vorbereitung einer öffentlichen Einweihung der Sternwarte ging.


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Die Kuppel auf dem Dach der Fachhochschule Kiel


Ein erster Beobachtungstest des Teleskops war, unter anderem wegen des anhaltend schlechten Wetters, erst im Mai möglich. Dabei fiel zunächst der störende Einfluß der Beleuchtung des umliegenden Hafengeländes sowie eines benachbarten Kraftwerks auf. Der Anblick einiger bekannter Objekte wie M57 und M13, aber auch der Supernova 1998bu in M96, bot aber dennoch ein überzeugendes Bild der Leistung des Fernrohrs. Seine wahren, sehr beeindruckenden Fähigkeiten offenbarte es aber erst vor kurzem bei einem Blick auf die Planeten am Morgenhimmel.


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Die Kuppel auf dem Dach der Fachhochschule Kiel


Beginnend im Oktober werden regelmäßige öffentliche Beobachtungsabende stattfinden, nämlich an jedem zweiten und vierten Dienstag im Monat. Darüber hinaus wird die GvA einige ihrer Vorträge nun in der neuen Sternwarte anbieten. Des weiteren ist an eine Zusammenarbeit mit dem Planetarium der Fachhochschule Kiel gedacht. Dieses befindet sich allerdings in der Innenstadt, und ein Umzug auf den neuen FH-Campus ist zwar geplant, hat aber noch keine konkrete Form angenommen. Daher sind gemeinsam durchgeführte Veranstaltungen leider vorerst nicht möglich.


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Der 20 cm Schär-Refraktor in der Sternwarte


Neben den öffentlichen Veranstaltungen ist eine private Nutzung der Sternwarte durch die Teilnehmer der Arbeitsgemeinschaft geplant. Eine Möglichkeit hierzu wäre zum Beispiel die Anfertigung und Verwertung von Videoaufnahmen der Planeten sowie von Mond und Sonne. Hierzu sind allerdings noch einige Schwierigkeiten zu überwinden.

Zusammenfassend gehe ich davon aus, daß die neue Sternwarte eine wertvolle Ergänzung der bisherigen astronomischen Aktivitäten in Kiel sein wird.

© Björn Voß, 1998




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